Der Einzug

Die Braut und ihr Vater schreiten zur Trauung

Einzug bei der Hochzeit: Vier Möglichkeiten, die zu euch passen können

Wie möchtet ihr in eure Trauung starten?

Habt ihr schon ein bestimmtes Bild im Kopf?
Oder könnt ihr euch kaum entscheiden, weil es so viele schöne Möglichkeiten gibt?
Der Einzug ist einer der Höhepunkte eurer Trauung.
Noch bevor ich ein Wort sage, entsteht ein Gefühl. Die Gästinnen und Gäste werden ruhig, die Musik beginnt, alle schauen in eine Richtung.
Dann ist allen klar, jetzt geht es los.
Viele Paare denken beim Einzug zuerst an die klassische Variante: Eine Person wartet vorne, die andere zieht mit dem Vater ein. Das kann wunderschön sein. Aber es ist nur eine Möglichkeit.
Denn eure Trauung darf so beginnen, wie es sich für euch richtig anfühlt. Nicht so, wie man es angeblich macht. Nicht so, wie es auf Pinterest aussieht. Und nicht so, wie andere es von euch erwarten.
Die folgenden Möglichkeiten gelten sowohl für die Freie Trauung als auch für das
Standesamt. Natürlich hängt es immer von den örtlichen Gegebenheiten ab: Gibt es genug Platz? Gibt es einen Gang? Ist Musik möglich? Das sollte vorher geklärt werden. Aber grundsätzlich gilt: Auch im Standesamt darf der Beginn eurer Trauung persönlich sein.

Möglichkeit 1: Der Klassiker

Eine Person wartet vorne, die andere zieht mit einem Lieblingsmenschen ein
Das kann der Vater sein, muss es aber nicht. Es kann genauso die Mutter sein, beide
Elternteile, ein Bruder, eine Schwester, die beste Freundin, der Trauzeuge oder ein Mensch, der in deinem Leben eine besondere Rolle spielt.
Wichtig ist nicht die traditionelle Bedeutung dahinter. Wichtig ist die Verbindung. Wer gibt euch Sicherheit? Wer soll diesen Weg mit euch gehen? Wer fühlt sich in diesem Moment richtig an?
Klassisch bedeutet also nicht automatisch unpersönlich. Es kommt darauf an, wie ihr diesen Moment gestaltet.

Möglichkeit 2: Better together

Genauso schön kann es sein, wenn ihr als Paar gemeinsam einzieht. Hand in Hand.

Ohne dass eine Person vorne wartet und die andere „gebracht“ wird. Ihr kommt zusammen an. Ihr geht zusammen los.
Diese Variante passt besonders gut zu Paaren, die keine klassische Übergabe wollen.
Sie zeigt, dass ihr diesen Moment nicht getrennt erleben wollt. Ihr startet zusammen. Ganz bewusst und ruhig. Ganz bei euch. Gemeinsam.

Möglichkeit 3: Zwei große Auftritte

Wer sagt eigentlich, dass nur eine Person einen besonderen Einzug haben darf? Ihr könnt auch nacheinander einziehen und beide ein eigenes Lied wählen. Person 1 zieht mit einem Lied ein. Dann verändert sich die Musik und Person 2 kommt mit einem eigenen Song dazu. So bekommt ihr beide euren eigenen Moment. Jeder von euch wird gesehen. Diese Variante kann sehr stark sein, wenn ihr nicht möchtet, dass eine Person beim Einzug automatisch mehr im Mittelpunkt steht als die andere.

Möglichkeit 4: Ihr trefft euch in der Mitte

Dann gibt es noch eine besonders symbolische Möglichkeit: Eine Person wartet nicht ganz vorne, sondern in der Mitte des Weges. Die andere Person kommt zunächst allein. Und dann trefft ihr euch in der Mitte. Dort nehmt ihr euch an die Hand, schaut euch an und sagt ein paar Worte zueinander. Ab diesem Moment geht ihr gemeinsam weiter nach vorne. Ich finde diese Variante wunderschön, weil sie so viel ausdrückt, ohne dass man es erklären muss. Jeder Mensch bringt seinen eigenen Weg mit. Seine eigene Geschichte. Seine eigenen Erfahrungen. Und dann kommt dieser Moment, in dem sich zwei Wege verbinden. Nicht erst vorne am Traubogen, sondern schon unterwegs.

Was passt zu euch?

Egal wie ihr euch entscheidet: es muss nicht anders sein, nur um anders zu sein. Es gibt kein richtig oder falsch. Es gibt nur passt oder passt nicht. Die eigentliche Frage ist: Wie möchtet ihr euch fühlen, wenn eure Trauung beginnt? Euer Einzug ist nicht nur der Weg nach vorne, sondern der Beginn eurer Zeremonie. In diesem Moment spüren alle, dass es jetzt um euch, eure Geschichte und eure Liebe geht. Also gestaltet diesen Moment so, dass er wirklich zu euch passt.

Mein Tipp zum Schluss

Übt euren Einzug vorher.
Wählt euch einen bestimmten Punkt in eurem Lied aus, an dem ihr losgehen möchtet. Schnappt euch eure Begleitung, probt, wie ihr euch haltet, und geht langsam einen Gang entlang.
Das muss nicht perfekt choreografiert sein. Im Gegenteil. Es soll sich natürlich anfühlen. Aber wenn ihr vorher einmal gespürt habt, wie langsam ihr gehen könnt, wie ihr euch einhakt oder an den Händen haltet und wann ihr ungefähr vorne ankommt, seid ihr am großen Tag viel entspannter.
Euer Moment, eure Trauung. Auf eure Art.

Your day. Your way.